RSH - Wie alles begann...
  07. RSH Oldie Nacht 1994
 
Oldie Nacht 1994

(vom Samstag 21. Mai 1994 & Sonntag 22. Mai 1994 aus dem Kalkberg in Bad Segeberg)

Moderation: Helmut Radermacher & Frank Zander

Mit Anmerkungen von uns aller "Hel Rader" in grüner Schrift!

"Die "Oldie Nacht" fand in diesem Jahr erstmals an 2 Tagen statt, da die Nachfrage nach Chubby Checker sehr groß war.

Als feststand, dass RTL2 die Nacht aufzeichnen und übertragen würde, wollte man mir auch einen Moderator/eine Moderatorin zur Seite stellen. In Planung waren Martina Menningen oder Christiane Backer. Es wurde aber eben Frank Zander. Er konnte jedoch nur am Samstag, so moderierte ich den Sonntag eben alleine. Mit Frank war es zwar lustig, aber er hielt sich nicht an die abgemachten Texte, somit kam unsere Moderation nicht optimal rüber, zumal ja auch noch RTL2 mitfilmte. (Wir mussten ja immer unglaublich pünktlich aufhören, einmal wegen der Nachbarn am Kalkberg, aber auch wegen der Fledermäuse darin, usw.

 

Frank wurde während der Veranstaltung von ein paar Leuten im Publikum aufgefordert zu singen, und schon sang er live „Sailing“ als „Nur nach Hause“ auf deutsch; dann holte er sogar ein Playback aus dem Wohnwagen, um so auch noch seinen „Kurt“ singen zu können. Das verzögerte alles sehr.

 

Aufgezeichnet wurde von RTL2, die dann auch viel vom Programm am Sonntag, den 29. Mai 1994 um 15.20 Uhr ausstrahlten. Frank arbeitete damals bei dem Sender. Er selber zeigte auch noch weitere Ausschnitte in seiner Sendung am 10. Juni 1994, Titel: „Frank Zanders Kanalratten, Comedy Show aus dem Untergrund“.

 

Einmal ein Wort zu den Kosten, allein der erste Tag kostete knapp 600.000 DM.

Am zweiten Tag begannen wir schon um 18 Uhr, da die Beatniks aus Lübeck als Bonus vorab auftraten.

 

Nie zuvor hatte RSH so viel Presse. Vielleicht wegen des Superstars Chubby Checker, vielleicht, weil es wegen des großen Interesses zum ersten Mal zwei Tage lang die Oldie Nacht gab, wer weiß?

Sogar die Hamburger Blätter wie BILD und Hamburger Abendblatt usw. (Hamburg hatte ja auch inzwischen einen erfolgreichen Sender), auch die Fernsehzeitschriften wie HÖRZU, rtv, Gong, TV Spielfilm, TV Hören und Sehen usw. schrieben über die Veranstaltung. Sogar die Magdeburger Volksstimme berichtete.

Man schrieb von der „größten Pfingst-Party in Deutschland“ usw. Es war in der Tat schon wieder eine Steigerung, vielleicht war es auch die beste Oldie Nacht aller Zeiten. Man sprach auch inzwischen von der „wahren“ Oldie Nacht, da ja zwei Jahre nach unserer Premiere weitere Oldie-Nächte oder Oldie-Nights etabliert wurden, Berlin, Köln, Stuttgart usw.

 

Auch Sprüche wie „das Original von RSH ist unerreicht“ brachten uns bundesweit gute Kritiken und ideale Werbung, denn inzwischen kamen ganze Busse aus dem Westen, Osten und Süden angefahren. „Pilgern“ nach Bad Segeberg hieß es in einer Zeitung.

Es gab 100 Ordner, 250 Personen für Auf- und Abbau, vier Wochen wurde am Bühnenaufbau für die größte Oldie Veranstaltung Deutschlands gearbeitet. Auf die 22.000 Zuschauer waren wir schon stolz.

Mein Spruch zur Nacht war: „Lets twist again like we did in the 60s“. Ich forderte das Publikum im Vorfeld auf, bei Chubby Checker aufzustehen und mit ihm zusammen zu twisten - das Bild wollte ich sehen - und ich sah es. Ich sagte - ich bringe die beste Musik mit, das Publikum möge die beste Laune mitbringen. Auch das passte. Kein Wunder, dass Segeberg immer ausverkauft war und es die Veranstaltung noch heute nach so vielen Jahren noch gibt"




Teilnehmende Künstler 1994

 

Barry Ryan - Klar, Barry konnte nicht mit einem 40-Mann Orchester kommen, also sang er als Opener und mit Halbplayback, oder wie viele sagten - mit Vollplayback. Okay, aber sein „Eloise“, das 1968 in Deutschland sechs Wochen auf Platz 1 stand, war für alle Oldie-Fans mal ein Muss. Nach weiteren Hits kam Barry 1972 noch einmal zu einem Top Ten Hit, diesmal sogar in deutscher Sprache, und wie gehabt, auch so bombastisch produziert; wofür übrigens sein Zwillingsbruder Paul verantwortlich war; der war ja 18 Monate vorher verstorben. „Zeit macht nur vor dem Teufel halt“ kam bis Platz 8. Ihre Mutter, Marion Ryan, war schon 1958 mit „Love Me Forever“ in England auf Platz 5 gelandet, also ahnt man, woher beide ihre Begabung hatten. Barry hatte es als Erster bei unserer Nacht natürlich schwer, auch weil er auf der doch sehr großen Bühne etwas verloren da stand. Er sah noch gut aus, obwohl er doch ordentlich zugenommen hatte. Er sang nur drei Lieder. Und Mitklatschen war wegen des Regens sowieso nicht möglich.


(Barry Ryan mit Hel Rader/ Foto von Hel Rader)


Sailor - Von 1976 bis 1978 kam die Band um George Kajanus aus Norwegen (aber die Band kam aus England) auf ein Reihe von Hits, die man als absolute Ohrwürmer bezeichnen muss. 1991 waren sie zum ersten Mal bei uns in Bad Segeberg, weil sie ein hervorragendes Comeback gefeiert hatte (The Secretary und Music). Jetzt 1994 kamen sie mit dem nächsten Ohrwurm, der auch ihr größter neuer Hit wurde, „La Cumbia“, wieder alles geschrieben und gesungen von diesem George.


Middle Of The Road - Das war einfache, aber auch eingängige Popmusik. Aber zumindest hatten wir immer die Besetzung mit der Originalsängerin Sally Carr aus Schottland, da legte ich immer besonders Wert drauf. Die Band wurde in Italien entdeckt, den Rest kennt man, 50 Goldene Schallplatten sprechen für sich. Was manche ein wenig störte - die Gruppe hatte genug Hits, sang aber an dem Abend zwei Songs von Queen. So fehlten manche Ohrwürmer von ihnen.


Rubettes - 1988 und 1989 waren sie schon dabei, und jedes Mal haben sie uns Freude bereitet. Richtig frisch kamen sie mit ihren Superhits aus fünf Jahren wie „Sugar Baby Love“ oder „I Can Do It“ rüber. Eigentlich hatte ja Paul DaVinci das Original von „Sugar“ eingesungen, aber als es ein Hit wurde, drückte er sich. Gut, dass Alan Williams, der Gitarrist und ebenfalls Sänger, auch so hoch singen konnte, er hatte immer alles im Griff.



(The Rubettes, von Hel Rader)

Chubby Checker - Als Special Guest angekündigt, auch mit Recht. Er erschien sehr professionell, eben genau so, wie die Amis in der Regel immer sind. Er lieferte eine gute Show, war gut bei Stimme. Chubby hatte ja schon 1959 seiner ersten, kleinen Hit (The Class). Dabei imitierte er Elvis, Fats Domino usw. Aber ein Jahr später dann schon folgte schon „The Twist“, das schon 1959 ein kleiner Hit für den Sänger und Autor Hank Ballard gewesen war. Doch Chubby erntete die Lorbeeren, denn erst durch ihn kam auch der Tanz dazu zu einer weltweiten regelrechten Manie. Und Chubby setzte noch zwei drauf - 1961 den Titel „Let's Twist Again“ und dann noch einmal !!! „The Twist“. Dieser Titel ist der einzige Song der Popgeschichte, der zweimal Nummer 1 wurde.

Anmerkung: Der Titel schaffte 1988 noch einmal die Nr.1. Hier muss man aber dazu sagen, dass es in Deutschland war, in den USA "nur" Platz 16. Chubby Checker hatte den Song zusammen mit den Fat Boys noch ein 3. Mal herausgebracht. Ergebnis: Eine Woche Platz 1 in Deutschland

(Von Hel Rader)

Manfreds - Wir hatten immer mal überlegt, wie man am besten die Gruppe Manfred Mann animieren könnte, wieder aufzutreten. RSH spielte jede Menge der alten Hits, aber die Band gab es nicht mehr. Dazu kam, dass dieser Manfred dazu noch mit Nachnamen Lubowitz hieß. Er war auch kein Sänger, kam statt aus England aus Südafrika, war kein Teenageridol, da er eine strenge Brille und eine Art Seemannsbart trug. Die Band hatte von 1964 bis 1969 mit Paul Jones und dann, als Paul ging, ab 1966 mit Mike D’Abo zwei Sänger. (Ab 1974 gab es dann die erfolgreiche Manfred Mann’s Earth Band). Mit zwei deutschen Nummer 1 Hits im Gepäck (Ha Ha Said The Clown, Mighty Quinn geschrieben von Bob Dylan)) und einer Nummer 4 (Do Wah Diddy Diddy, im Original von den Exiters aus USA) waren die Band sicher eine Garantie für einen Erfolg. Nun ließ dieser Manfred aber nicht zu, dass eine Band ohne ihn, der eigentlich immer lieber Jazz und Blues machen wollte, tourte. So kam der Rest der Band auf die Idee, die Gruppe „Manfreds“ zu nennen. Und sie hatte die deutsche Premiere bei uns. Beide Sänger von damals sollten jetzt zusammen auftreten und ihr eigenen Hits singen. Paul Jones hatte ja nach seinem Ausscheiden bei der Band zwei große Solohits landen können, „High Time“ 1966 Platz 6 in UK, auch ein kleiner Hit bei uns, und „I’ve Been A Bad Bad Boy“, 1967 in UK Platz 5. Dazu waren in der aktuellen Gruppe praktisch alle Originale plus weitere alte Musiker: Mike Hugg. Mike Vickers usw., aber besonders noch Tom McGuinness, der nach 1969 seine Band „McGuinness Flint“ (mit Hughie Flint) gegründet hatte, und 1970 und 1971 zu Hits kam: „When I’m Dead And Gone“ und „Malt And Barley Blues“. So gesehen, gab es also jede Menge Hits zu sehen und zu hören. Ein TOP Erfolg!


Searchers - 1989 und 1990 waren sie schon dabei. Immer ein Genuss, optisch wie auch akustisch. Ich bin zwar kein Freund davon, wenn Künstler mit vielen Hits, die sie singen könnten, stattdessen Lieder von anderen präsentieren. Hier aber hörte ich die perfekte Ausnahme. 1980 gab es in den USA, also nicht bei uns oder in England, einen Hit für Bette Midler. „The Rose“ aus dem gleichnamigen Film schafft dort Platz 3. Die Searchers sangen das herzergreifend gut. Komisch, ihr „Sweets For My Sweet“, im Original von den Drifters 1961, kam bei uns nur zu einem kleinen Hit, dafür landete „Needles And Pins“ (Original von Jackie DeShannon und geschrieben von Sonny von Sonny & Cher) auf Platz 8; es blieb ihr einziger Top Ten Hit von insgesamt fünf Hits.


Hot Chocolate - Na ja, sage ich mal. Der wirklich wichtige Mann der Band, Erroll Brown, Sänger und Autor, war ab 1985 nicht mehr dabei. Er machte ab 1987 solo weiter, in Deutschland und England zwar nicht sehr erfolgreich, aber er konnte sehr gut von den Tantiemen leben, denn seine Lieder wurden und werden immer noch viel gespielt. Erroll wurde auch 2003 von der Queen mit dem Orden MBE belohnt. Also kam ein neuer Sänger, der aber doch sehr tuntenhaft rüberkam. Dazu konnte der keine neuen Songs schreiben, so gesehen blieb die Band, denen auch noch andere Originalmitglieder fehlten, ohne neue Hits. Die Band mit Erroll aber schrieb in England Geschichte. Von 1970 an, bis ins Jahr 1984, gab es kein Jahr ohne einen Hit. Das konnten nur zwei andere Interpreten auch von sich behaupten, Elvis und Diana Ross. Alle Achtung. „Emma“, der erste Hit von Hot Chocolate in Deutschland, übrigens ein Lied über eine Dame, die Selbstmord begeht, war noch nicht der ganz große Erfolg hier bei uns, aber dennoch war die Zahl ihrer Hits hier enorm. Ab 1986 kamen viele ihrer Hits als Remixe erneut in die Charts.


Dave Ashby - Hans Scherer (damals Geschäftsführer) und ich hatten Dave mal auf einem Schiff gesehen, dort unterhielt er gekonnt das Publikum mit seiner Art, Oldies zu spielen und zu singen. Den wollten wir haben. Er und seine blaue Gitarre wurden eins. Noch heute ist er bei den Oldie Nächten oder Musicals in Hamburg dabei.

 

Vorband ab 18 Uhr - Beatniks - Diese Band aus Lübeck hatte sich für ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum bei uns beworben, wir fanden sie gut und so kam es zu einer Besonderheit, denn die Jungs hatten auch noch so einige Fans. Sie spielte nur am Sonntag. Mehr dazu siehe diverse Fotos aus Zeitungen.













Die Presse berichtete, auch schon im Vorfelde, von der Oldie Nacht 1994 sehr ausführlich. Hier einige Berichte...




Aus der "Segeberger Zeitung" vom 05.02.1994



Aus dem "Blickpunkt Quickborn" 3-94




Aus dem "Kieler Star" 3-94


Aus der "Segeberger Zeitung" vom 03.03.1994



Aus der "BILD" vom 03.03.1994



Aus der "DLZ" vom 03.03.1994



Aus dem "Hamburger Abendblatt" vom 03.03.1994



Aus den "Kieler Nachrichten" vom 03.03.1994



Aus dem "Kieler Express" vom 05.03.1994


Aus dem "Igel" 3-94




Aus dem "SHZ" Verlag vom 03.03.1994



Aus der "Flensburg Avis" vom 09.03.1994




Aus dem "Südanzeiger" vom 09.03.1994



Aus der "Holsteiner Allgemeinen" vom 16.03.1994



Aus der "Segeberger Zeitung" vom 23.03.1994




Aus dem "Künstlermagazin" 4-94



Aus "Quindis Mediendienst" 4-94


Aus dem "Radiojournal" 4-94


Aus dem "Spagat" 4-94



Aus dem "Förde Express" vom 20.04.1994



Aus den "RTL 2 News" vom 21.04.1994



Aus der "Segeberger Zeitung" vom 21.04.1994





Aus dem "Lübecker Wochenspiegel" vom 05.05.199



Aus der "Volksstimme Magdeburg" vom 08.05.1994



Aus dem "Rundy" vom 17.05.1994



Aus dem "Holsteiner Courier" vom 21.05.1994



Aus der "Segeberger Zeitung" vom 21.05.1994



Aus dem "Gong" 5-94



Rader  am 21.05.1994 mal wieder in der Presse:



Aus der "Barmstedter Landeszeitung" vom 24.05.1994



Aus dem "Ostholsteiner Anzeiger" vom 24.05.1994



Aus der "Flensburger Avis" vom 24.05.1994



Aus der "Norderstedter Zeitung" vom 24.05.1994



Aus den "Kieler Nachrichten" vom 24.05.1994



Aus dem "SHZ Verlag" vom 24.05.1994


Aus der "Segeberger Zeitung" vom 24.05.1994




Aus der "Norderstedter Zeitung" vom 25.05.1994




Aus dem "Nordexpress" vom 25.05.1994





Ein 2. Artikel aus dem "Nordexpress" vom 25.05.1994


Teil 2


Aus der "Holsteiner Allgemeinen" vom 25.05.1994




Aus der "Piste Lübeck" 6-94


Im Juni 1994 wurde in den diversen TV-Zeitschriften auf das Großereignis hingewiesen




Aus den "Uetersener Nachrichten" vom 01.06.1994




Aus "Moin Moin" vom 02.06.1994




 Aus dem "Hansekurier" vom 09.06.1994