RSH - Wie alles begann...
  13. NORA Oldie Nacht 2000
 

Oldie Nacht 2000     

(vom Samstag 27. Mai 2000, aus dem Kalkberg in Bad Segeberg)

Moderation: Helmut Radermacher

Mit Anmerkungen von uns aller "Hel Rader"

Exakter Titel – Die Nora Nacht der Oldies & Evergreens.
Beginn 18:00, Einlass ca. 16:30


Um es mal so zu formulieren, die Bezeichnung mit den Evergreens war nicht die glücklichste, sie hat auch nie so recht überzeugt, weil keiner nun wirklich sagen konnte, was denn nun genau ein Evergreen ist. „Yesterday“ ja, „In The Ghetto“ nein? Oder doch nur Lieder aus der Zeit vor 1955? Egal, hier sind die Interpreten in der Reihenfolge des Auftretens.

Anthology Of The Beatles – Oh ja, das hatte sich gelohnt. Als ich mit ein paar Hörern (und Tony Sheridan, den ich dafür als Gast gewinnen konnte) als Gewinner bei unserem Beatles-Quiz in London war, sahen wir auch diese Band, die man uns empfohlen hatte. Die Halle war brechend voll, die Mädchen kreischten, als wären wir in einem Konzert der echten Beatles im Jahr 1964. Unglaublich, aber wahr. Da standen zwei Leute auf der Bühne, die Angst machen konnte. Ein Paul McCartney, der nicht nur wie Paul sang, sondern auch so aussah. Doch „John Lennon“ (richtig - Gary Gibson) stellte alles in den Schatten. Auch er war akustisch wie optisch das Höchste, das sich ein Imitator eines Sängers wünschen kann.
Bekannt ist die Geschichte, dass es mal ein Treffen von ihm mit Yoko Ono geben sollte. Yoko weigerte sich dann ein paar Schritte vorher, das Treffen einzuhalten, sie konnte es einfach nicht glauben.
In der Pause besuchten Tony und ich die Jungs hinter der Bühne. Zum einen wollte ich, dass Tony am Schluss mit der Band singen konnte, zum anderen führte ich Gespräche wegen eines Auftritts mal in Bälde in Deutschland, eben in Bad Segeberg. Jetzt waren sie da, und das Publikum vor der Bühne war ebenfalls begeistert. Das war mehr als eine Cover-Band.
Gary hatte erfahren, dass ich die Beatles schon 1961, also vor ihrem Erfolg, kennen gelernt hatte. Er wollte jedes Detail wissen, was mir John erzählt hatte, welche Lieder sie gesungen hatten, alles. Wir verstanden uns sehr gut. Als wir vor ein paar Jahren bei der Porsche Oldie Nacht in Stuttgart wieder zusammentrafen, holte er seine Gitarre und wir sangen nachts im Foyer des Hotels zwei Stunden lang für die Gäste, aber eigentlich hauptsächlich für uns, eben nur so aus Freude an den alten Songs.




(Gary Gibson von der Anthology of the Beatles)



(Paul & John bzw. Lawrence Gilmour & Gary Gibson)



Dave Dee & Marmalade – Es war inzwischen so üblich, dass Dave Dee mit dieser Band auftrat. Zuerst kam die Band alleine und bewies, dass sie doch musikalisch viel zu bieten hatte. Sicher war ihr Nummer 2-Hit aus Deutschland, „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ absolute Pflicht und auch nach wie vor ein Ohrwurm, aber auch die kleineren Hits wie „Rainbow“ oder „Reflections Of My Life“ zeigten, dass sie auch anders konnten. Immerhin waren sie von 1968 bis 1976 exakt 130 Wochen lang in den englischen Charts gewesen. So waren sie dann sozusagen das Vorprogramm von Dave Dee, der dann zeigte, warum ihn die Deutschen so liebten. Dave Dee, ab 1965 mit seinen Dozy, Beaky, Mick And Tich, waren bei uns noch erfolgreicher als in England. Und er machte seine Sache wie immer sehr gut, besonders natürlich die Show mit der Peitsche beim Song „The Legend Of Xanadu“. Ein nach wie vor idealer Augenschmaus.

T-Rex – „Glam-Rock“ nannte man in den 70er Jahren ihre Musik, und Marc Bolan sorgte für den Gesang und die gewünschte Optik. Schon 1977 starb er, doch die Sehnsucht nach seinen Songs blieb bestehen. Immerhin konnte das ehemalige Mitglied Mickey Finn noch an die alten Zeiten erinnern, der neue Sänger klang auch erstaunlich gut nach Marc Bolan. Erfreulich auch das Mitwirken eines guten, alten Bekannten – Alan Silson von Smokie.


(T.Rex mit Alan Silson & unserem Hel' Rader)

Showaddywaddy – Lange Jacken, alte Songs in neuem Gewand und Teddy-Frisuren, das ergab das Feeling der 50er Jahre. Buddy Holly und Eddie Cochran ließen grüßen. Auch 23 Hits aus den englischen Charts sagen eigentlich alles aus. Dazu eine gute Show, was will der Oldie-Fan mehr?

Alvin Stardust – Wer war eigentlich der Star des Abends? Alvin sang „nur“ eine halbe Stunde, also weniger als alle anderen. Bernard Jewry heißt er richtig, wurde 1961 schon mit seinem Hit „Moody Guy“ bekannt, da allerdings noch als Shane Fenton & The Fentones. Zu „Sternenstaub“ (Stardust) wurde er 1973. Sein neuer Name entstand aus den Silben AL (von Elvis), VIN (Gene Vincent) und STARR (von Ringo Starr). „My Coo-Ca Choo“ (Rang 3 in Deutschland) und „Jealous Mind“ (5) waren die Hits 1973 und 1974. Mit „Pretend“ meldete er sich 1981 wieder zurück, um 1984 dann seine praktisch vierte Karriere als Schmusesänger zu starten – „ I Feel Like Buddy Holly“, geschrieben und produziert von Mike Batt (schrieb auch „Bright Eyes für Art Garfunkel). Auch heute tritt Alvin noch sehr erfolgreich auf, und noch immer so, wie ihn die Leute sehen wollen – in engem Leder und in hochhackigen Stiefeln.

Sweet – 1971 hatten sie schon mit „Funny Funny“ ihren ersten Hit in Deutschland, zwei Monate später gab es dann die erste Nummer 1 – „Co-Co“. Sieben weitere 1er sollten noch folgen. Auch sie waren TOP Vertreter der Glam-Rock-Era. Auch wenn ihr Sänger Brian Connolly schon 1997 verstarb – der Gitarrist Andy Scott war der Sound der Band, und er leitet noch heute die Band. Auch sie kann alleine mit ihren Hits einen ganzen Abend alleine füllen. Und die Jungs sind immer noch eine Garantie für einen erfolgreichen Oldie-Abend.

Boney M. feat. Liz Mitchell – Schon wieder die Band vom Vorjahr? Ja, sie war gut ankommen, Stimmung kann sie nach wie vor erzeugen. Eins hat die Truppe, das ihr keiner nehmen kann. Neben acht Nummer 1 Hits in Deutschland (zum Vergleich – sechs für die Rolling Stones) weisen sie mit „Rivers Of Babylon“ den erfolgreichsten Nummer 1-Hit aus Deutschland aller Zeiten vor. 17 Wochen Platz 1 ist von anderen nie erreicht worden.


Es gab zur Oldie-Nacht eine weitere, die dritte Nora-CD zur Oldie-Nacht – (fast) alle Interpreten waren dort vertreten. Dennoch, die CD mit 21 Titeln und einem von mir verfassten Booklet war erneut ein großer Erfolg. Nur eine CD von Nora war je erfolgreicher. Einige Monate vorher, zu Weihnachten 1999, hatte ich eine Christmas-CD zusammengestellt. Sie geriet zum größten Renner aller Nora-CDs.