RSH - Wie alles begann...
  Eine Idee
 
Bis zum Sendestart von RSH am 01. Juli 1986 war es noch ein weiter Weg.
Viele Hürden galt es zu überwinden. Bis lange Zeit vor dem Sendestart wussten die "Macher", die ausgewählt waren das erste private Radio im 24h Betrieb auf die Beine zu stellen, nicht einmal ob Sie überhaupt die Lizenz erwerben würden für diese einzigartige Projekt.

Aus den Erinnerungen von Helmut Radermacher wird hier nun geschildert, wie die "Idee" und das "Konzept" RSH erarbeitet und umgesetzt wurde:



"Vor uns gab es schon private Sender, aber eben nur lokal, auch nur im Süden, dazu meist über Kabel, das damals kaum einer hatte, es war also Radio für ein paar Hundert Hörer, niemals profitabel.

Ich hatte ja damals, neben meinem Job als Schallplatten-Disponent für die "Kaufhof AG" schon Radio gemacht. Aber die Geschichte warum, würde hier zu weit führen, wäre aber sehr originell. Dazu vielleicht mal später. (Ich hatte wegen meiner Kenntnisse in Sachen Musik
eine Radiosendung dort gewonnen).


Zumindest machte ich ab und zu Radio bei der Europawelle Saar, wo ich als ersten Hermann Stümpert kennen lernte, Wolfgang Hellmann kannte ich schon vom Telefon.

Im Winter 1984 gab es als Idee, wegen meiner alljährlichen Elvis-Radiosendung zum Todestag im August, eine Elvis Sendung zum 50sten Geburtstag am 8. Januar 1985 von Elvis im TV zu machen. Das geschah dann auch, wurde auch am 4. Januar 1985, an einem Freitag Abend in der ARD um 20:15, ausgestrahlt: HALLO ELVIS. Das war die Sendung mit den ganzen deutschen Stars. Dort hatte ich auch am Konzept mitgewirkt, auch teilweise moderiert.
Bei der Aufzeichnung hatte ich mit Hermann ein privates Gespräch. Er wollte mich schon immer mal ganz zur Europawelle geholt haben, nun aber hatte er ein anderes Thema. Man hatte ihm das Angebot gemacht, den ersten privaten Rundfunk aufzubauen. Diese Genehmigung hatte das Land SH bekommen. Die Geldgeber waren gefunden, eben alle Zeitungsverlage aus dem Norden. Doch noch war alles nicht gelaufen. Es gab neben uns noch weitere ca. 30 Mitbewerber, mit dabei auch ganz hochkarätige Namen aus ganz Deutschland. Aber nur einer konnte die Lizenz bekommen. Das waren zum Schluss dann wir. Zu dem Zeitpunkt hieß der "Sender" übrigens noch Schleswig
Holsteinische Mediengesellschaft.


Die Mannschaft bestand am Anfang nur aus einem Geschäftsführer, Schmidt-Ulm hieß der. Er hatte eine Sekretärin, die auch noch 20 Jahre später in der Funktion tätig war. Dazu kamen die Saarländer Hermann Stümpert als Programmdirektor, sein Stellvertreter Jürgen Köster, dazu eine Sekretärin aus Kiel und ich als alles mögliche. Ich war Archivleiter, war vorgesehen als Musikchef, weil ich von allen Arten Musik Ahnung hatte,
auch alle Schallplattenfirmen kannte, auch einige Künstler usw. Dazu sollte ich den noch einzustellenden Kollegen behilflich sein bei der Erstellung einer Probesendung. Es meldeten sich damals, so weit ich das noch in Erinnerung habe, so an die 600 Personen alleine als Moderatoren. Viele kam aus der Disco-Ecke, hatten aber kaum Chancen. Moderator ist nicht gleich Auflegen von Mucke im Bierzelt.
Dazu kamen natürlich Bewerbungen für die Abteilungen Sport, Kirche, Technik, Archiv, Werbung, Buchhaltung usw., usw.

Sabine Neu kam etwas später dazu. Ich glaube, sie war zum Beginn krank gewesen.

Ich selber hatte meine gute Stelle beim Kaufhof (genau 12 Jahre war ich dort gewesen) aufgegeben, also gekündigt. Der Job in Kiel war nicht einmal sicher, denn wir hatten ja noch keine Lizenz, die hätte jemand anders bekommen können, dazu auch noch keine Frequenz. Aber man hatte mir einen fairen Vertrag gegeben, hätte das nicht funktioniert, hätte ich drei Jahre lang mein Geld bekommen. (Ich arbeitete damals schon nebenbei für Plattenfirmen; hatte schon viele LPs zusammengestellt, so für RCA, für die Teldec, für K-Tel und Arcade usw.).

Dann hatte sogar die DDR noch mitzureden. Unsere Bewerbung bei der zuständigen Stelle in SH aber war gelungen, alles wurde dort angegeben, was man so machen wollte, wie man mit welchen Inhalten die 24 Stunden füllen wollte. (Ich wurde dort angepriesen als Pop-Pabst, was mir gar nicht gefiel).
Es gab auch noch Vorgaben. Um es abzukürzen, wie bekannt, bekamen wir Lizenz und Frequenz, diese aber erst in noch recht bescheidener Qualität."