RSH - Wie alles begann...
  Hagges Memories
 
Ulf Hagge erinnert sich, neben den vielen tollen Stories in den anderen Rubriken, auch an diese Geschichten hier:


1987: Marinemanöver Ostsee

Im Herbst 1987 veranstalteten die Nato-Staaten in der Ostsee ein großes Manöver unter dem Titel „SEF“. Auch R.SH war zur Teilnahme eingeladen, ein schönes Thema für ein „RSH-Spezial“ so fanden wir, ich sollte dann drei Tage mitfahren. Ich hätte „NEIN“ gesagt, wenn ich gewußt hätte, was da auf mich zukommt... Eines dunklen Novembermorgens ging es dann mit Kollegen vor allem der Militärpresse (die kennen jede Schraube an einem Marineschiff mit Vornamen) an Bord eines Seaking-Hubschraubers in Kiel-Holtenau, es sollte Richtung Kattegat gehen, ein ewig langer Flug, in Aarhus wurde zwischengetankt, weiter ging es Richtung Kattegat bei rauhem Wetter. Irgendwann deutete dann der Pilot an, daß es Zeit zum Aussteigen sein würde. Aussteigen? Wir sind über Wasser!! Er konkretisierte und meinte, daß eher Abwinschen gemeint sei auf ein unter uns fahrendes Schnellboot aus Olpenitz. Na, happy birthday. Das Schnellboot fuhr Fullspeed, es war im Manöver, dann war die Tür auch schon auf, der Gurt um die Hüfte gelegt ,raus ging es an die Luft und abwärts auf das Schnellboot, was kriegt man da eine Angst! Auf dem Schnellboot dann ein paar Interviews, nach 2 Stunden dann übersteigen auf die Fregatte“Bremen“, im Vergleich zum engen Schnellboot ein wahres Luxushotel, auch hier an Bord dann diverse Interviews. Die Fregatte fuhr dann über Nacht Richtung Bornholm, dort war dann die Seereise zu Ende – und das Winsch-Spektakel begann von vorne. Irgendwann schwebte der Seaking aus Holtenau ein und nun mußte aufgewinscht werden – das ist alles andere als ein Spaß. Aber die Motivation gleich zu Hause zu sein half über die Angst hinweg. Aber mit dem „gleich“ war das auch so eine Sache, ein ewig langer Flug mit einer Ziwschenlandung in Roskilde bei Kopenhagen nach Jagel bei Schleswig folgte. Ich wurde mit dem Auto abgeholt....die Kollegen der Militärpresse übrigens mit der Flugbereitschaft der Luftwaffe!!"


 




 


 

1988: Rund Fehmarn
Eine nette Idee: Unser Partner Jever Pilsener (sponsorte ja damals bereits den Seewetterbericht) war Hauptpartner der Segelregatta „Rund Fehmarn“, diese Regatta war Katamaranen vorbehalten – und ich sollte mitsegeln. Das Dumme an der Sache: Von Seglen hatte ich absolut keine Ahnung, also ging es Ostern 89 ins Trainingslager nach Grömitz mit einem professionellen Katamaran-Segler aus Hamburg, er machte mich halbwegs fit. Ein paar Wochen später dann die Regatta. Und da war dann das nächste Problem: Schlechte Wettervorhersage, Sturm, Gewitter – also wurde die große Fahrt von Frömitz aus um Fehmarn abgeblasen und es wurde vor Grömitz gesegelt, bei Sturm, ich als sogenannter „Fockaffe“ mit Trapezgurt gesichert schön auf der Kufe des Hobie 18 stehend, selten habe ich einen solchen Schiß gehabt. Aber: Wir gewannen tatsächlich. Abends dann die große Party und dort stellte ich fest, was da so alles in einen Segler hineinpaßt...




RSH und der Sport

 

 

"Nicht nur ein DFB-Pokalfinale übertrug R.SH seinerzeit live, sondern im Jahre 1990 auch das FDGB-Pokalfinale der DDR aus dem (Ost-) Berliner Stadion der Weltjugend, nach Öffnung der Grenzen konnten wir unseren zahlreichen Hörern in der (noch) DDR diesen einmaligen Service bieten, denn mit dem PSV Schwerin stand eine Mecklenburger Mannschaft im Finale.

Reporter war seinerzeit Ralf Mothil, aus Kiel sendete ich. Die Vorbereitung war nicht ganz einfach, immerhin brauchten wir eine Telefonleitung in die DDR, aber irgendwie klappte es dann doch, wir rührten im Programm ordentlich die Werbetrommel für die Übertragung, Ralf Mothil meldete sich pünktlich, alles war gut. Ich fand, es war zu gut ! Wissend darum, daß sich Ralf Mothil so herrlich bis an die Grenze der Herzattacke aufregen konnte, wenn irgendwas nicht rumlief, konnte ich es nicht sein lassen. Ich bat den Kollegen Michael Grahl aus der Reportredaktion ins Studio, um an einem Komplott mitzuwirken. Michael konnte einen speziellen ostdeutschen Akzent wunderbar ! Während eines Musiktitels ging er in die Telefonleitung nach Ost-Berlin und stellte sich als irgendwer von der Deutschen Post der DDR vor, teilte Mothil mit, daß dieser Anschluß illegal sei und deshalb die Leitung nun gekappt würde. Wie zu erwarten rastete Ralf perfekt aus, er verlor komplett die Fassung, was der Ost-Postler sich einbilden würde, wir hätten ja alles schriftlich usw das komplette Programm. Wir merkten in Kiel: Sofort die Sache aufklären und entschuldigen, in 2-3 Minuten sollte er ja wieder als Reporter auf den Sender..."